Statistik Sensorik Dirk Minkner 4. März 2026
Arbeitsbereich Sensorik Statistik

Ergebnisse sensorischer Prüfungen

Die ersten Sensoriker kamen (fast) völlig ohne Statistik aus: Zur Auswertung von Unterschiedstests hatte man Tabellen, aus denen man – sobald das Ergebnis vorlag – ablesen konnte, ob sich die zwei untersuchten Proben statistisch signifikant unterschieden. Bei der ersten Methode zur sensorischen Profilierung von Produkten, der Flavour Profil Methode, erstellte zwar jeder Panellist sein individuelles Profil, die Zusammenfassung aller Beurteilungen erfolgte aber noch nach Diskussion im Konsens.

Heute ist Sensorik ohne ein gewisses Maß an Statistikkenntnissen kaum zu betreiben. Die ersten Computerprogramme zur Datenanalyse der Ergebnisse sensorischer Prüfungen wurden von Anwendern für den eigenen Bedarf entwickelt. Einige dieser Programme wurden danach auch der Allgemeinheit zum Kauf (z. B. senstools, SenPAQ) bzw. kostenlos angeboten (z. B. PanelCHECK, SensoMineR, sensR, ConsumerCHECK).

Von den Allroundprogrammen verfügt bisher nur das Programm XLSTAT mit dem Modul MX über eine Sammlung von Methoden für die Analyse von Daten aus sensorischen Studien. Daneben bieten die Programme zur Datenerfassung (z. B. FIZZ, Compusense) Auswerteprogramme für unterschiedliche Erhebungsmethoden.

Bis zum Anfang dieses Jahrhunderts wurden komplexere, statistische Verfahren für die Auswertung von Daten aus Konsumentenprodukttests und sensorischen Profilierungen eingesetzt. In den letzten Jahren veränderte sich schließlich auch die Auswertung der Ergebnisse aus Diskriminierungstests. 

Mit Thorston’s Law of Comparative Judgement und der Signalentdeckungstheorie erhält die Technik der Unterschiedstests eine theoretische Basis, die zur Folge hat, dass man aus dem Ergebnis das Abstandsmaß d‘ (sprich: di preim) errechnet. Im Gegensatz zu den bisher verwendeten Anteilen richtiger/übereinstimmender Urteile (pC) bzw. die um die Ratewahrscheinlichkeit korrigierten, richtigen/ übereinstimmenden Urteile (pD) ist d‘ unabhängig von der Art des verwendeten Unterschiedstest. 

Mit der kostenfreien Software sensR können alle diese Kennwerte zusammen mit ihrem Konfidenzintervall berechnet werden.

Scroll to Top